無為Wu WeiTaoismus · Das Nicht-Erzwingen
„Das Wasser kämpft mit nichts — und trägt doch den Berg ab.“
自然ZiranTaoismus · Die Natürlichkeit
„Der Baum fragt nicht, wie er wächst — er wächst.“
樸PuTaoismus · Die Einfachheit
„Im rohen Holz schläft jede Form — und keine drängt.“
間MaZen · Der Raum dazwischen
„Nicht die Töne machen die Musik, sondern die Stille zwischen ihnen.“
初心ShoshinZen · Der Anfängergeist
„Im Geist des Anfängers liegen viele Wege, im Geist des Meisters nur wenige.“
物の哀れMono no awareJapanisch · Die Wehmut der Dinge
„Die Kirschblüte rührt uns, weil sie fällt.“
侘寂Wabi-SabiZen · Die Schönheit des Unfertigen
„Der Riss in der Schale ist nicht ihr Makel, sondern ihre Geschichte.“
無常MujōBuddhismus · Die Vergänglichkeit
„Auch dieser Moment zieht vorüber — halte ihn nicht, halte ihn aus.“
慈MettaBuddhismus · Die wohlwollende Güte
„Wärme, die du nicht teilst, wärmt auch dich nicht.“
無心MushinZen · Der ungebundene Geist
„Der See spiegelt den Mond nicht, weil er es versucht.“
知足Zhi ZuTaoismus · Die Genügsamkeit
„Wer weiß, dass er genug hat, ist reich.“
金継ぎKintsugiJapanisch · Die goldene Naht
„Das Zerbrochene wird nicht versteckt, sondern in Gold gefasst.“
德TeTaoismus · Die stille Tugend
„Der wahre Meister herrscht nicht — er nährt, und alles wächst von selbst.“
柔RouTaoismus · Die Kraft des Nachgebens
„Das Weiche besiegt das Harte — der Tropfen höhlt den Stein.“
反FanTaoismus · Die Wende der Dinge
„Am höchsten Punkt beginnt der Abstieg — alles kehrt zu seinem Ursprung zurück.“
陰陽Yin-YangTaoismus · Das Wechselspiel
„Ohne Schatten kein Licht — jedes Ding trägt sein Gegenteil in sich.“
一期一会Ichigo IchieZen · Dieser eine Augenblick
„Diese Begegnung, dieser Tee, dieser Augenblick — sie kehren nie genau so wieder.“
不動心FudoshinZen · Ruhe in Bewegung
„Der Fels im Strom bewegt sich nicht — das Wasser zürnt und fließt vorbei.“
空KuuZen · Die fruchtbare Leere
„Die leere Schale fasst am meisten.“
悟SatoriZen · Das plötzliche Erkennen
„Du suchst das Feuer mit einer brennenden Laterne in der Hand.“
捨UpekkhaBuddhismus · Der weite Gleichmut
„Lob und Tadel sind zwei Winde — der Berg bleibt der Berg.“
悲KarunaBuddhismus · Das tätige Mitgefühl
„Wer das Leid des anderen sieht, hält die Hand schon hin.“
念SatiBuddhismus · Die wache Gegenwart
„Beim Gehen gehen, beim Sitzen sitzen — und nicht dazwischen wackeln.“
無我AnattaBuddhismus · Das wandelnde Ich
„Such das Ich — und du findest nur Wandel.“
幽玄YugenJapanisch · Die verborgene Schönheit
„Nicht der volle Mond rührt am tiefsten, sondern der halb von Wolken verhüllte.“
我慢GamanJapanisch · Stilles Durchstehen
„Den Sturm übersteht man nicht, indem man ihn anschreit.“
生き甲斐IkigaiJapanisch · Der Grund aufzustehen
„Ein Grund, morgens aufzustehen, wärmt mehr als jede Decke.“
改善KaizenJapanisch · Das tägliche Ein-Prozent
„Ein Schritt am Tag bringt dich weiter als der Sprung, den du nie wagst.“
勿体無いMottainaiJapanisch · Die Achtung vor dem Wert
„Wer das Kleine achtet, dem fehlt das Große selten.“
渋いShibuiJapanisch · Schönheit ohne Lärm
„Das Schönste trägt nicht laut, was es ist.“
谷GuTaoismus · Das Empfangende
„Das Tal liegt tief — und darum fließt ihm alles zu.“
嗇SeTaoismus · Die Sparsamkeit der Kraft
„Wer mit seiner Kraft geizt, dem geht sie nie aus.“
玄XuanTaoismus · Das Unergründliche
„Das Tiefste lässt sich nicht aussprechen — nur ahnen.“
樞ShuTaoismus · Der ruhende Drehpunkt
„Wer in der Mitte des Kreises steht, dreht sich nicht mit.“
靜JingTaoismus · Die Rückkehr zur Ruhe
„Trübes Wasser wird klar, wenn man es stehen lässt.“
無MuZen · Die durchtrennte Frage
„Hat der Hund die Buddha-Natur? — Mu.“
残心ZanshinZen · Die wache Nachpräsenz
„Der Pfeil ist los — und der Geist bleibt wach.“
見性KenshoZen · Der erste klare Blick
„Du trägst das Gesuchte — wie das Auge, das sich selbst nicht sieht.“
脱俗DatsuzokuZen · Frei von Konvention
„Wer aus der Reihe tritt, sieht zum ersten Mal die Reihe.“
只管打坐ShikantazaZen · Sitzen ohne Ziel
„Nichts erreichen wollen — das ist schon das Ganze.“
苦DukkhaBuddhismus · Das leise Reiben
„Auch das Rad, das rund läuft, knarrt an einer Stelle.“
渇愛TanhaBuddhismus · Das nie satte Begehren
„Salzwasser löscht keinen Durst — es macht ihn größer.“
喜MuditaBuddhismus · Freude am Glück anderer
„Freu dich am Glück des anderen — und es wird auch deins.“
中道ChudoBuddhismus · Das rechte Maß
„Zu straff reißt die Saite, zu locker klingt sie nicht.“
縁起EngiBuddhismus · Das Netz der Dinge
„Keine Welle gehört sich selbst — das ganze Meer schwingt in ihr.“
布施DanaBuddhismus · Die offene Hand
„Die offene Hand wird nie leer — nur frei.“
忍辱NinnikuBuddhismus · Geduld ohne Groll
„Der Baum trägt auch den, der nach seinen Früchten wirft.“
菩提心BodaishinBuddhismus · Das weite Herz
„Erst wer das Wohl aller will, findet sein eigenes.“
木漏れ日KomorebiJapanisch · Schönheit im Beiläufigen
„Das Schönste am Baum ist manchmal das Licht, das durch ihn fällt.“
和WaJapanisch · Einklang im Verschiedenen
„Nicht alle gleich — aber alle im Einklang.“
懐かしいNatsukashiiJapanisch · Die milde Wehmut
„Manches Vergangene wärmt mehr, als es je in der Gegenwart tat.“
森林浴Shinrin-yokuJapanisch · Eintauchen ins Grün
„Geh in den Wald — und nimm nichts mit als seine Ruhe.“
拘りKodawariJapanisch · Hingabe ans Detail
„Wer das Kleinste ernst nimmt, dem gelingt das Große von selbst.“
余白YohakuJapanisch · Die Kunst des Weglassens
„Das Blatt lebt von dem, was nicht darauf steht.“